Ein Arbeitstag in Indien

07.10.2021

Nach fast drei Wochen, haben wir uns langsam an das Leben in Indien gewöhnt. Wie gewohnt wurden wir auch heute um 7:20 vom Company Bus abgeholt. Da es in der Nacht stark geregnet hatte, waren die Strassen schlammig und der Boden noch unebener als sonst. Aus jeder Vertiefung wurde ein kleiner See. Diese Tatsache machte unseren Weg zur Bushaltestelle zu einem echten Parcours. Morgens ist glücklicherweise noch sehr wenig Verkehr, sodass man diesen Spaziergang geniessen kann.

Strasse zum Abholpunkt
Company Bus

Als wir um 7:45 mit dem Bus bei Bühler ankamen, wurde wie immer zuerst unsere Körpertemperatur gemessen. Die Temperatur war in Ordnung und wir konnten weiter durch den Desinfektionstunnel. Es handelte sich dabei um eine kleine Schleuse, in der Desinfektionsmittel mithilfe von Düsen zerstäubt wird. Nach dem Eintragen in der Besucherliste bei der Empfangsdame, gingen wir weiter zum Frühstück.

Die Kantine befindet sich in der untersten Etage des Hauptgebäudes. Wie immer gab es auch heute Reis mit einer Chilisauce und dazu ein frittierter Keks. An die Schärfe gewöhnen wir uns langsam. Nach dem Frühstück und einem Kaffee, machten wir uns gestärkt auf den Weg in unsere Abteilung, die sich im dritten Stock desselben Gebäudes befindet. Wir nahmen wie üblich die Treppe, da sich vor den Aufzügen eine lange Schlange gebildet hatte.

Im Moment sind wir in der Hardwareabteilung der Automation und lernen die Prozesse kennen, die vor Produktionsstart erfolgen. Die Hardwareabteilung ist eigentlich die Schlüsselstelle zwischen Produktion und Software, denn was hier erarbeitet wird, wird schlussendlich produziert. Basierend auf den durch die Hardware erstellten Dokumente wird danach auch die Software erstellt.

Im 3. Stock angekommen, richteten wir den Laptop ein und erkundigten uns bei Adithya, unserem Ausbildner, über die heutigen Aufgaben. Die heutige Aufgabe war, die aus dem sogenannten Flowchart (Prozessdiagramm des Kunden) generierten Geräteliste, auf Fehler zu überprüfen.

In den technischen Dokumenten werden viele neue Abkürzungen verwendet, die wir erst einmal lernen müssen. Dank der Unterstützung durch Pradeep, der in der gleichen Abteilung arbeitet und den vielen Beispielen, auf die wir zurückgreifen können, lernen wir ziemlich schnell. Um 11:00 Uhr trifft man sich jeweils und trinkt einen Kaffee und tauscht sich ein wenig aus.

Um genau 13:00 Uhr wurden wir von den Trainees zum Mittagsessen gerufen. Um grössere Menschenansammlungen zu vermeiden, gehen die sieben verschiedenen Etagen zu verschiedenen Zeiten in der Kantine essen. Heute gab es weissen Reis mit einer Currysauce und der obligatorischen Chilisauce, die bisher immer den Weg auf unseren Teller gefunden hatte. Als Beilage gibt es zudem jedes Mal zwei Stücke Chapathi (Fladenbrot) und einen Quark oder eine Buttermilch, um die Schärfe zu neutralisieren.

Gemeinsames Mittagessen

In Indien ist es üblich, nach dem Mittagessen einen kurzen Verdauungsspaziergang über das Gelände zu machen. Da wir während dieser Spaziergänge, gemeinsam mit den Trainees immer wieder zu interessanten Gesprächen kommen, schätzen wir diesen Spaziergang sehr.

Kurz nach dem Mittagessen besprachen wir unsere geleistete Arbeit und begannen danach damit eine Bauteilliste zu erstellen. Wie schon morgens, trifft man sich auch nachmittags, um gemeinsam einen Kaffee zu trinken. Um 17:30 machten wir uns dann auf den Weg zu Empfangsdame, um uns auszutragen und stiegen in einen der über 10 Company-Buses. Diese Company-Buses haben alle ihre eigenen Routen, um die Mitarbeitenden nach Hause zu bringen.

Busparkplatz
Weg zurück zum Wohnkomplex

Als uns der Company Bus wie üblich bei der Kreuzung absetzte, war es schon am eindunkeln und wir merkten wie erschöpft wir waren. Der Weg von der Hauptstrasse zurück zu unserem Wohnkomplex gestaltet sich wie immer zu einem kleinen Abenteuer, denn auf der Strasse sind sehr viele Autos unterwegs und zwischen den Autos rasen Motorräder über die Strasse. So mussten wir auch heute sehr aufmerksam den Verkehr beobachten, um im Notfall ausweichen zu können. So etwas wie ein Trottoir ist auf der Schlammpiste nicht denkbar. Zudem wird aktuell auch etwas, was vermutlich ein Kanal werden soll, am Strassenrand gebaut. Dies macht das Kreuzen umso schwieriger.

Im Apartment angekommen bestellten wir uns heute ausnahmsweise einem Chicken-Wrap, mit dem üblichen Kommentar: NOT spicy. Hungrig warteten wir auf das Essen und wuschen in der Zwischenzeit unsere Kleider. Als endlich unser sehnlichst erwartetes Abendessen kam, genossen wir die Abwechslung zum Reis und sahen uns anschliessend noch ein Film an. Müde gingen wir daraufhin zu Bett.


Stromausfallcounter

Anzahl Stromausfälle: 25

Stand: 11.10.2021

Kommentar hinterlassen:

Ihr Kommentar muss von den Lernenden freigegeben werden, bevor dieser erscheint. Erforderliche Felder sind mit * markiert.